Enterprise Architecture
Die Hauptaufgabe der Enterprise Architekture ist das Business Alignment, d.h. das Ausrichten der IT-Systemlandschaft an die Anforderungen des Managements. Dazu gehört die Dokumentation der aktuellen Systemlandschaft, eine Soll-Planung und eine langfristige Strategie für die Migration vom Ist-Zustand zum Soll-Zustand. PRODYNA hat TOGAF für die Zertifizierung von Enterprise Architekten ausgewählt.
Die Problemstellung
In fast jedem Unternehmen findet sich eine komplexe IT-Systemslandschaft, die über die Zeit gewachsen ist. Oft findet sich diverse heterogene Systeme, die von den einzelnen Fachabteilungen angeschafft worden sind. Diese Systeme sind häufig integriert und tauschen untereinander Daten aus. Dies kann entweder über direkte Schnittstellen oder über Batch-Jobs geschehen. Solche gewachsenen IT-Systemlanschaften erschweren häufig eine oder mehrere der folgenden Fragen?
- Welche Systeme greifen auf einen bestimmten Service zu?
- Wo werden bestimmte Daten gespeichert? Wo gibt es Redundanzen oder sogar Widersprüche?
- Welche Geschäftsprozesse werden zur Verfügung gestellt?
- Welche Geschäftsprozesse sind vom Ausfall eines bestimmten Systems betroffen?
- Welche Systeme müssen bei der Migration eines bestimmten Systems berücksichtigt und angepasst werden?
Unser Vorgehen
Es wird eine Dokumentation des Ist-Zustandes der aktuellen IT-Systemlandschaft erstellt. Bei sehr komplexen Landschaften konzentriert man sich auf den relevanten bzw. kritischen Teil. Unsere Enterprise Architekten sind zertifiziert nach The Open Architecture Group (TOGAF), so dass entsprechende Methoden und Konzepte verwendet werden. Das Ergebnis ist eine Dokumentation, die die oben genannten Fragen beantworten kann. Abhängig von den Planungen und Wünschen des Managements wird eine Soll-Architektur für einen Zeitpunkt in der Zukunft definiert (üblicherweise in der Größenordnung 6 Monate oder ein Jahr). Dabei werden gewünschte und/oder geplante Änderungen integriert. Aus dieser Dokumentation leiten unsere Enterprise Architekten dann eine Planung für die Migration her, da bekannt ist, welche Abhängigkeiten existieren, die entsprechend berücksichtigt werden müssen.
Enkopplung von Systemen
Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Systemen ist häufig sehr heterogen. Es werden unterschiedlichste Protokolle und Technologien eingesetzt. Zusätzlich gibt es viele Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Bei einer Systemmigration (z.B. Ersetzen eines CRM-Systems durch ein anderes eines anderen Herstellers) müssen alle Kommunikation von und zum CRM-System angepasst werden (nachdem sie alle dokumentiert worden sind).
Um Migrationen zu erleichtern ist es häufig sehr sinnvoll die einzelnen Systeme zu entkoppeln und ihre Schnittstellen möglichst zu vereinfachen. Hier kommt der SOA-Gedanke zum Tragen. Die einzelnen Systeme stellen ihre fachliche Funktionalität über standardisierte Schnittstellen (z.B. Web Services) zur Verfügung. Eine weitere Stufe der Entkopplung ist der Einsatz eines Enterprise Service Busses (ESB). Systeme kommunizieren nicht mehr direkt miteinander, sondern nur noch über den ESB. Der ESB hat die folgenden Kernkompetenzen:
- Er beherrscht alle bekannten Protokolle und Technologien, um mit allen Systemen der IT-Systemlandschaft kommunizieren zu können.
- Er ist in der Lage Datentypen zu medieren, d.h. er wandelt die Datentypen zwischen System A und System B um. Es sind keine Änderungen innerhalb der Systeme nötig.
- Er kann anhand von Inhalten der Daten entscheiden, wer der Empfänger der Daten ist (Content Based Routing).
Die oben genannten Prozesse (sog. ESB Mediation Flows) sehr schnell und einfach angepasst werden. Bei einer Migration kann dann ein System ausgetauscht werden, indem häufig nur noch die entsprechenden ESB Mediation Flows angepasst werden.